untitled 7

von blutundkaffee

tim zeigt mir seinen bauch.
wir sitzen an der bar, reden über die alten zeiten, wie lang das nicht alles schon wieder her ist, 4 jahre, nein, mehr, und wir haben uns ja eigentlich gar nicht verändert. nur fetter geworden sei er, meint er. ‚da schau, da, meine wampe‘, zieht das shirt ein bisschen hoch und zeigt mir also seinen bauch. es ist kein fett an dem bauch, es sind nur ein paar jahre und viel frauenstress und ein bisschen eine monotone depression an dem bauch dran. nichts aufregendes.
vorallem: keine haare. nichts. kein einziges. keine sogenannte funline, die richtung hinab deutet, da wo dann der wirkliche fun zu finden wäre, wenns denn überhaupt wahr ist, was man so hört. keine ahnung, irgendwie ging mir da keiner ab, heute, als ich das gesehen hab. kein einziges haar. dafür am kopf viele, lange, unfrisierte, schwarzgefärbte.
und dabei hab ich den typen ja in den letzten wochen so verstohlen immer von der seite bisschen angehimmelt. hab mir vorgestellt, wie das ist, mit ihm. wie versaut er dann ist, oder ob er dann eh doch wieder ganz normal ist, weil er ‚mittlerweile alles schon erlebt hat, nichts neues ihn bewegt, sein abenteurerherz‘ oder sowas, wie auch immer der genaue wortlaut war. jedenfalls alles weniger verrucht, weniger punk, weniger bitchig, nicht so wild, wie ichs mir vorgestellt hatte.
och. echt schade. enttäuscht.

kann jetzt gar nicht mehr so richtig schweinisch an ihn denken. wie das halt immer ist, mit illusionen, und dass man sich manche doch lieber nicht zerstören sollte. immer das unerreichbare, das wundertolle, das verbotene. das bringt die möse zum weinen, vor glück, nicht wahr?

ja..