untitled 12

von blutundkaffee

im februar ist winterdepression. ein gängiges symptom einer depression ist: sich an miese schwänze erinnern.

zum beispiel der von anton, im letzten sommer. nicht schlecht, die größe, angenehmer durchmesser, aber.. diese ekelhafte eigenschaft, ständig zu safteln. ein übergroßes, immerzu geöffnetes, beinahe atmendes loch, aus dem unaufhörlich farbloser, dennoch zäher schwanzsaft drang. als wäre der schwanz eine nase und das loch ein rotztriefendes nasenloch. als würde der schwanz ein unkontrollierter, willenloser körper sein, mit einem kleinen mund, der ständig vor sich hin sabbert.
ich hab nun wirklich nichts gegen sperma, aber diese  unnatürliche lusttröpfchenabsonderung trieb mich an meine grenzen. irgendwie unangenehm, beim blasen. kaum hatte ich ein tröpfchen zärtlich beseitigt, quoll mir schon das nächste entgegen, glänzte mich an, als wollte es sagen: los, komm schon, leck mich ab, nimm mich in den mund, versuch mal, ob ich salzig schmecke, ob ich schon nach sperma schmecke, oder nach schweiß, oder nach tränen, oder nach rotz, oder nach sabber..

nein. ekelhaft. mein kopf hatte den gedanken in windeseile viel zu weit gesponnen – da war ich schon bei accidentiellem hineindippen meiner wange in eine sabberlacke, die er auf meinem kopfpolster hinterließ, bei der ganzkörpergelähmten großmutter meiner kollegin brigitte und bei der hochschwangeren freundin nadine, die mir letzte woche in allen einzelheiten erklärte, wo und wann bei einem baby ein nasensauger zum einsatz kommt. das wars dann wohl mit lustvoller fellatio. diesem rotzschleudernden monster konnte ich keinen altar aus oraler zuwendung bauen. der schwanz war nur zum ficken gut, und selbst da.. anton war durch seine hartnäckige depression ‚wohl etwas dicker geworden‘.

oh, so schließt sich der kreis. ist das jetzt etwa sowas wie karma?