untitled 30

von blutundkaffee

warum du mir gehörst, warum es kein auskommen gibt, für dich, selbst wenn du scheinbar frei nach deinem willen ein und ausgehst in meinem haus, in meinem körper – dieses warum ist keine frage mehr.

ich habe aufgehört, fragen zu gebären, jedes mal aufs neue, nachdem du deinen stummen samen in mir zurückgelassen hattest und gegangen warst. mein wesen konnte nichts lebensfähiges daraus bauen, nur blinde, nackte, unaufhörlich unheilvoll blökende fragen, die von meiner brust nicht trinken wollten und auch von meinem blut nicht, bis sie sich schließlich nicht mehr wanden und verdorrten.

verzweiflung. jedes mal aufs neue eine wilde verzweiflung, eine wilde jagd ohne den jäger. das wild, angeschossen, läuft, bis es umfällt, das dauert tage, wochen. bedroht schon längst nicht durch den jäger, nur von der frage, ob sein hund schon nah und wann der letzte schuss wohl fällt.

 

genug jetzt, sagte ich, wahrlich so leise, dass du es nicht hättest hören können. genug, sprach ich lautlos, stand auf vom bett, in dem du schliefst. sicheren schrittes in der dunkelheit fand ich ein band, schlich gleich zurück an deine seite, noch eh mein körper deine wärme an die nacht verlor.

das band. warum es kein auskommen gibt. und das warum eine ruine, eine frage, die nach nichts verlangt.

die farbe blau.
der himmel – zwischen grauen wolken fällt von tages gipfel er in nachtes tiefes tal.
die dunkelheit liegt kühl und schwer auf deinem handgelenk.

das bin ich.