untitled 38

von blutundkaffee

’sieh mich an‘, sagt er.
es ist so einfach.

ein schönes, geiles bild, wenn das mädchen zu ihm aufsieht, während es seinen schwanz im mund hat. ein unschuldiger puppenblick aus großen augen, ein ernster, wissender blick, mit einem stechenden blitzen passiver lust, eine unausgesprochene erlaubnis, die flüchtige süße vollkommener hingabe.

eine geste, so alt, wie das spiel selbst. so simpel. ein blick. und doch – ein meer an gedanken dahinter. dieser blick, das geht über den körper hinaus. das ist ein kontakt auf einer anderen ebene. zwei augenpaare, die in einander greifen und verharren, einen moment lang, während der sturm um sie herum sich weiter dreht. warum macht der mensch so etwas. was bewirkt diese berührung, die wie ein vertrag ist, ein sicherungsseil, ein beweis für die realität, der präsens des gegenüber. eine leitung, durch die etwas fließt, das man nicht benennen kann.
was würde ich dafür geben, zu erfahren, was mein blick in ihm auslöst, was er empfindet, in dem bruchteil einer sekunde, da die verbindung greift. ist es lust, ist es macht, ist es ohnmacht, ist es sehnsucht, ist es heiß oder kalt, lässt es ihn bersten oder erstarren. fühlt er, was ich fühle, oder fühlt er sich selbst, mehr, oder weniger.

oder aber, er weiß es nicht, genauso wie ich es nicht weiß, just als es geschieht. und es wäre auch nicht wichtig. oder zu groß, oder zu wahnsinnig. und unerklärbar mit worten, die einem menschen gegeben sind. zu statisch, zu flüchtig, nicht fassbar in begriffe. nicht umschreibbar mit gegebenem. materie. essenz. etwas.

‚ja‘, wäre die antwort auf eine frage, die keine ist.
vielleicht ist es das. so einfach.