untitled 40

von blutundkaffee

irgendwann kommt der augenblick, da die gewissheit dir kein vielleicht mehr lässt und dich – milde bitter, drückend wie ein albtraum – spüren lässt, dass da gerade etwas stirbt; in deinem inneren, oder außerhalb von dir, das allein bleibt dir noch herauszufinden – wenn du es wissen wollen würdest – aber einen unterschied, auch das ist gewiss- macht es nicht mehr, denn das absterben ist wohl unausweichlich, wie das entstehen unausweichlich war.
und, dass es milde bitter schmeckt und sich drückend anfühlt, weil die entscheidung über leben und tod nicht von dir selbst getroffen wurde, das kennst du schon von früher. und, dass es nicht einmal richtig schmerzt, wie ein verlustschmerz schmerzlich ist, sondern dass es einfach nur dumpf ist, dumpf und drückend und milde bitter, wie eine fremdbestimmte entscheidung, das überrascht dich auch nicht mehr.

ein letztes gebet: lass es ganz sterben, einmal nur, lass es rückstandslos verbrennen, lass nichts zurückbleiben, dieses eine mal, der schönen gegenthese wegen. des stolzes wegen, auch.
vielleicht, des stolzes wegen ganz besonders.
aufdass es immer milder werde, dumpfer drückend, mit jedem mal, mit jedem albtraum leichter, mit jedem sterben weniger überraschend.

au revoir, braunauge, bon voyage.