untitled 44

von blutundkaffee

oh liebe, spiel mir die feinen töne.

vor einigen wochen hatte ich kein lesezeichen zur hand, und so legte ich eine kleine, dünne slipeinlage zwischen die buchseiten. erst heute schlug ich das buch erneut auf und fand die slipeinlage wieder. gedankenverloren schnupperte ich daran und fand etwas unerwartetes: die unscheinbare zellulosefläche, deren aufgabe darin besteht, die sekrete des weiblichen geschlechtes aufzusaugen und sie samt ihrer verlockenden gerüche in sich zu binden, hatte ihren zweck im dunklen inneren des schweren buches meisterhaft erfüllt. das letzte ausdampfen beinahe noch frischer druckerschwärze, den matten, rauen rauschton des hochwertigen papiers, die unberührtheit, die druckmaschinenspur, den leim der bindung, all das hatte sie sich einverleibt, den in allen nuancen vollständigen geruch eines neuen buches.

vielleicht werde ich sie tragen, zu einem besonderen anlass, zu einem abendessen in einem noblen restaurant, meinem geschätzten begleiter beim dessert die geschichte des feinen details zuflüsternd.