untitled 53

von blutundkaffee

warum ich nachts im rausch an das gekannte fenster fahre,
ist eine strenge wahrheit, die in einem dichten nebel lauert.

einen weg einzuschlagen,
mit gefesseltem verstand im schlepptau,
eine entscheidung,
quer aller unkenrufe.
und bald schon stehe ich dir zu füßen.

ich gehe die straße unter deinem fenster auf und ab,
wie ein verwirrter kater, um eine fiktive beute enge kreise ziehend, allein mit meinen spöttischen gedanken, die immer neue fragen in wogen an meine wunden seiten werfen.
warum ich hier bin, was ich suche, ein deplatziertes wesen,
gleich einem schwertfisch im gebirge.
nein, hier werde ich nichts finden, nichts warmes, keinen segen, keine antwort;

aus einem schmalen spalt dringt das ersehnte licht,
ein trügerischer leuchtturm,

gipfelkreuz.

und selbst die nacht entpuppt sich als verräter, verkauft mein fleisch an herbstes erste kälte, den wehrlosen verstand nimmt zweifel an die kette.
ich wage keinen ruf um hilfe, kein bitteres flehen, werfe mich nicht gleich der brandung schäumend an die mauern,
der wahrheit wilden namen lasse ich ungesprochen,
wanke von dannen,
trage all das, was ich dir geben wollte, mit mir.
zurück ins dunkle dickicht ferner auen.