untitled 72

von blutundkaffee

und mein Körper, mein Körper besitzt viele Zimmer, und in manchen der Zimmer wohnen Menschen, hausen Geister und Gewohnheiten, geht das Licht an und aus, ohne eine Regelmäßigkeit. und ein Warten wohnt in einem der Zimmer, zwischen Lunge und Zwerchfell, irgendwo, und das steht am Fenster uns sieht hinaus, sieht Dinge passieren, fürchtet sich davor, ins Freie zu treten und kein Warten mehr zu sein.

ein Licht geht an.
und ich bin nicht fähig, zu reagieren. zu reagieren habe ich verlernt. einst habe ich reagiert und dann gab es ein Geräusch von Zerbrechen, danach habe ich nur die Augen verschlossen und habe blind drauflos getappst mit den Händen, wenn es zu regieren galt, habe mich hineingestürzt, Mantren brüllend, um die Geräusche des Zerbrechens und das Sausen des Fallwindes nicht zu hören, immerzu: ja, ja, es ist eine Entscheidung, ja, ja sage ich.

fallen ins Licht, tief. ewig fallen. im Fall leben und niemals sterben, eine Unendlichkeit aus Flucht und Irrsinn, kein Boden, und die Schwerkraft verliert an Bedeutung, nach sieben Jahren. niemand kann mich einholen, niemand kann mich fassen, ich kann nicht gefasst werden, kann in das Zimmer gehen, eine Pistole an den Hinterkopf des am Fenster stehenden Wartens halten und sagen: es ist vorbei, du kannst aufhören, ruh dich aus, du hast seit sieben Jahren nicht geschlafen.

und doch fehlt etwas.

da ist ein leerstehendes Zimmer, ein Raum, ein Saal, darin pfeift der Fallwind, da kannst du gern einziehen. und da stehen viele Vasen, die alt sind. und bring Dynamit mit, das würde mich freuen, das kann doch einmal nützlich werden, ach.