untitled 42

von blutundkaffee

bäumt sich mein körper auf, versucht mein inneres sich aus mir zu lösen,
sei mir ein käfig.
hörst du die matten worte weißer wut und fluchtgedanken aus meinem munde,
wie ein dumpfes mantra,
so halt mich, fester.
fühlst du den druck, und hitze meines blutes steigen,
fühlst du die schauer, die durch meine fasern jagen,
dränge ich vorwärts und versuche, mich zu wehren gegen deine gegenwart,
so drück mich runter,
sei mir wie ein felsen, schwer und unbezwingbar.
leg dich wie ein bann über mein brennen.
hüll mich in eine zähflüssige leere,
lähme bewegung, lösche worte,
lass mir keine haaresbreite an entscheidungsfreiheit, keinen ausweg.
halt mich,
sei unnachgiebig, stetig,
sei mir in zeiten meiner wilden stürme mehr, als nur ein ebenbürtiger gegner,
sei mir ein meister.
halt mich fest an dich, lass mich geduld erfahren,
lass mich zur ruhe sinken, gib mir den takt vor über deinen tiefen atem,
sei ohne zorn und ohne stolz,
nicht jäger, krieger, oder vater,
ein stilles mahnmal.

und kehre ich von lichterlohem lodern
zurück zu sanftem glühen, so lockere die zügel
und lass aus der umfassung ein umarmen werden,
und ich werde wissen, ob du vermagst, meine gewalt zu zähmen.

nur, wenn du fort von mir willst,
gehe, durch offene schranken, denn ich werde dich nicht halten,
so, wie auch du mich nicht wirst halten können.
denn wilde tiere sind wir in der liebe und im kampf,
in zaum und ketten, brennend,
ohne liebe jedoch nur ein windhauch.

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